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Sonntag, 21. Dezember 2014

New York, Tag 17

Tag 17 ist Freitag. Es ist Halloween! Wir frühstücken bei Eisenberg's und fahren dann mit der Subway nach Coney Island (dauert von Manhattan ca. 45 Minuten). Spätestens seit Bored to Death (leider hat die Serie nur drei Staffeln à acht Folgen bekommen) wollte ich unbedingt mal nach Coney Island.














Die berühmte Holzachterbahn, die ich seit Annie Hall unbedingt sehen wollte. Alvy Singer, die Figur von Woody Allen, erzählt, dass er unter der Holzachterbahn in Coney Island aufgewachsen ist, was seinen nervösen Charakter erklärt.
(Eine meiner Lieblingsszenen aus Annie Hall ist übrigens der neunjährige Alvy Singer beim Arzt/Therapeuten, den seine Mutter mit ihm aufsucht, weil Alvy depressiv depressed ist, seit er gelesen hat, dass sich das Universum ausdehnt, und seine Mutter sagt voller Unverständis: What has the universe got to do with it? You're here in Brooklyn! Brooklyn is not expanding! Als wir durch Brooklyn gelaufen sind, musste ich so oft an "Brooklyn is not expanding!" denken.)



Freitag, 12. Dezember 2014

New York, Tag 16

Nach vier Nächten in Washington fahren wir mit dem Greyhound-Bus zurück nach New York. Ich freue mich so sehr, I'm practically skipping auf dem Weg zum Bahnhof. Und tatsächlich, als wir in New York am Port Authority Bus Terminal ankommen (und es ist echt nicht schön da) und durch die Subway-Gänge laufen, muss ich fast heulen. Ich habe das noch nie erlebt, dass ich mich nach so kurzer Zeit irgendwo (zumal so weit weg von zu Hause) so heimisch fühle. Und ich lerne, an diesem New York-Pathos scheint was dran zu sein. Ich habe mir das vorher nie richtig vorstellen können.

Wir fahren zurück in das gleiche Airbnb-Zimmer wie beim ersten Abschnitt unserer Reise, bleiben dort aber nicht lange, sondern brechen direkt wieder auf nach Brooklyn. (Mein erstes Mal Brooklyn, wohoo!) Wir spazieren durch Cobble Hill, essen ein spätes Mittagessen/frühes Abendessen bei Awash, einem äthiopischen Restaurant (das Essen ist phantastisch und sogar Lukas isst freiwillig vegetarisch), und arbeiten uns dann Richtung Brooklyn Bridge vor. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir den Brooklyn Bridge Park, der uns beide umhaut!





Der Blick auf die gegenüberliegende Seite, grobe Richtung Brooklyn Heights:






In der Ferne ganz klein, die Freiheitsstatue:







Okka Rohd schreibt hier sehr schön über ihren Besuch in Brooklyn im August. Relativ weit unten, im Absatz "Brooklyn Bridge":
Diese Stadt haut einen ja immer wieder um, man muss sich nicht einmal anstrengen dafür, aber auf der Brooklyn Bridge zu stehen, ist so so schön, dass es einem die Tränen in die Augen treibt.

Und genau so ging es mir auf dem gesamten Spaziergang über die Brücke (und der ist nicht so kurz), und so geht es mir jetzt wieder beim Lesen ihrer Zeilen und bei der Erinnerung an diesen Tag.
Okka schreibt auch:
Wie sehr die Stadt nachwirkt, merke ich noch acht Wochen nach unserer Heimkehr.
Und so geht es mir auch, jetzt, fünf Wochen nach unserer Rückkehr. Es gab bisher noch keinen Tag, an dem ich mir nicht mindestens einmal gewünscht habe, ich wäre jetzt wieder in New York.


Freitag, 5. Dezember 2014

Washington, Tag 14 und 15

Unser zweiter richtiger Tag in Washington ist ein Dienstag und beginnt in der beeindruckenden Library of Congress (nach der British Library in London die zweitgrößte Bibliothek der Welt).





Blick aus einem Fenster der Library in Richtung Capitol, mit Washington Monument in der Ferne.


Die Library of Congress besitzt eine Gutenberg-Bibel.




Blick von oben in den wunderschönen Lesesaal, der für Besucher leider nicht zugänglich ist.


Wir verlassen die Library of Congress und arbeiten uns erneut an der National Mall in Richtung Lincoln Memorial vor. Kurzer Zwischenstopp im Botanischen Garten.


Danach gehen wir endlich ins Museum of Natural History. Ich war so gespannt, weil ich es mir im Vorfeld so toll ausgemalt hatte. Leider sind wir beide ein bisschen enttäuscht. Es ist nicht so wissenschaftlich wie erhofft (ich denke bei "Museum of Natural History" übrigens immer an Ross Geller), sondern relativ einfach gestaltet, um auch (jüngere) Kinder anzusprechen. Einige der Ausstellungsräume sind mit (uraltem) Teppich ausgelegt und sehen aus wie eine amerikanische High School-Bibliothek in den 80ern (I'm thinking Breakfast Club). Insgesamt ein bisschen angestaubt alles.

Nach dem Besuch im Museum laufen wir bei 27° C (!) zum Weißen Haus. Wir stehen mit ca. sechs anderen an der Rückseite (von vorne habe ich es leider nicht gesehen) und machen Photos und Selfies durch den Zaun. Ziemlich unspektakulär und dann doch aufregend zugleich.



Halb verhungert (wie oft wir halb verhungert auf der Suche nach Essen waren!) laufen wir zu Bub and Pop's, einem absolut großartigen Sandwich Shop, in dem ich das allerbeste Eggplant Parmesan Sandwich esse. Lukas, der Held, hatte Bub and Pop's (wie alle anderen genialen Läden, in denen wir waren) vorab recherchiert und mit Sternchen bei Google Maps eingezeichnet.
(Auch witzig, wie die besten Läden immer die schlimmsten Websites haben. Ich glaube, das muss so und das leuchtet mir auch ein. Die sollen kochen und nicht coden.)

Der nächste Tag ist schon unser letzter ganzer Tag in DC. Es ist immer noch warm, aber verregnet, also verbringen wir den Großteil des Tages im Museum. Erst in der National Gallery of Art und später im National Museum of American History. Beide toll!


Nur ein kleiner Auszug meiner liebsten Exponate.
(Ich finde Bilder im Museum abphotographieren durchaus selbst ein bisschen sinnfrei, aber dann stehe ich wieder vor einem Bild, das mir so gut gefällt, dass ich es nicht nicht photographieren kann.)

Jan Brueghel der Ältere, Flowers in a Basket and a Vase.


(Zu Toulouse-Lautrec habe ich irgendwie eine besondere Verbindung, seit meine Eltern mir mal vor Ewigkeiten dieses Buch geschenkt haben.)





Im National Museum of American History sehen wir die Ausstellung America on the Move und sind total begeistert. (Okay, die ist auch nicht besonders wissenschaftlich, aber es gibt u.a. eine echte Chicago subway car in die man reingehen kann.)
FOOD: Transforming the American Table 1950-2000 ist auch sehr cool.


Der Tag endet bei Barnes and Noble, mit der Feststellung, dass Amy Poehlers Buch nicht erst, wie ich dachte, am 05. November veröffentlicht wird, sondern bereits längst zu kaufen ist. Wohoo!
(Und der Geldautomat lässt mich keine 200 $ mehr abheben, sondern nur maximal 110 $. Leichte Panik setzt ein, ich fühle mich plötzlich sehr weit weg von zu Hause, aber nachdem ich Geld vom Girokonto auf's Kreditkartenkonto überweise, ist wieder alles gut.)